Handlungskonzept Demographie Heidenoldendorf
Beschlussvorlage des Ausschuss für Stadtentwicklung (Fb 6/298/2009)
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
der Einladung auf die Beschlussvorlage Anregungen zu präsentieren, wie das Hand-lungskonzept Demographiewandel für den Ortsteil Heidenoldendorf umzusetzen ist, kommen wir gerne nach. Es hat sich gezeigt, dass viele der in das Handlungskonzept eingeflossenen Überlegungen schon Gegenstand früherer Anträge der CDU Heidenoldendorf waren. Nicht zuletzt wurde an dem Konzept über den früheren Ortsvorsteher Dieter Westphal bereits aktiv mitgewirkt.
Der Demographiewandel erfordert nach unserer Überzeugung ein ganzheitliches Nachdenken und Handeln. Nicht nur einzelne Aktionsfelder sind zu bedenken. Eine zukunftsgerichtete Organisation in Ortsteilen und Wohnquartieren hat alle Lebensbereiche zu erfassen.
Mit dem für Heidenoldendorf angestoßenen Prozess ist angeschoben worden, was auch die Gesamtstadt Detmold betrifft. Für Heidenoldendorf kann exemplarisch angefangen werden, was bei erfolgreicher Umsetzung auch in anderen Ortsteilen nutzbringend angewandt werden kann. In vielerlei Beziehung ist auch Neuland betreten. Für besonders innovative Lösungsansätze sind sicher auch externe Fördermittel zu aktivieren.
Nach ausgiebiger Diskussion, in die auch BürgerInnen und Institutionen aus dem Ortsteil einbezogen wurden, ergeben sich gerade für Heidenoldendorf aufgrund der Bevölkerungsstruktur, der Lage des Ortsteils und der dort vorhandenen Infrastruktur viele interessante Ansatzpunkte.
Heidenoldendorf und die ganze Stadt Detmold können davon profitieren und sich für die Zukunft rüsten.
Die CDU Heidenoldendorf beantragt somit konkrete Planungen und Umsetzungen für folgende Maßnahmen und Aktivitäten.
1. Spielplätze
Der Bedarf an Kinderspielplätzen im Ortsteil Heidenoldendorf wird geprüft und auf die geänderten Rahmenbedingungen hin angepasst. Darunter ist zu verstehen, dass
- für die Wohnquartiere der Bedarf festgestellt wird und verwirklicht wird.
- Spielplätze, sofern weiterhin Bedarf besteht und sie nicht im städtischen Eigentum stehen, bauplanungsrechtlich abgesichert werden
- einzelne Spielplätze durch Zusammenlegung aufgewertet werden (Beispiel: Aufwertung Spielplatz „Kleine Straße“ durch Zusammenlegung mit geplantem Spielplatz / auf der Howe/Sichterheide Str.). Voraussetzung dafür ist die Schaffung eines sicheren Übergangs über die Heidenoldendorfer Str in Höhe der Einmündung Sichterheide.
- Attraktivitätssteigerung, Modernisierung der vorhandenen Spielplätze.
2. Sportstätten
Öffnung des Kunstrasenplatzes zur Nutzung außerhalb des Schul- und Vereinssports. Im Umfeld der Hauptschule werden ein Kleinspielfeld und ein Bolzplatz errichtet als Treff für nicht in Vereinen organisierte Heranwachsende (Altersgruppe ab 17 Jahre).
3. Offene Jugendarbeit
Der Jugendtreff „Style“ wird aus dem „Behelfsbetrieb“ in einen festen Betrieb auch mit hauptamtlichen Mitarbeitern überführt mit bedarfsorientierten Öffnungszeiten. Kooperation des „Style“ mit örtlichen Vereinen zur Förderung der Projektarbeit für nicht in Vereinen organisierte Jugendliche wird angeregt.
4. Freizeitgestaltung
Das Freibad Schwarzenbrink hat überörtliche und generationenübergreifende Funktion und muss für die Zukunft betriebsbereit gehalten werden.
Das bedeutet, dass in vertretbarem Umfang die technische Betriebsbereitschaft zu gewährleisten ist bis zum Neubau an gleicher Stelle verwirklicht wird.
5. Mehrgenerationenplatz
Im Ortskern von Heidenoldendorf wird auf vorhandener städtischer Fläche ein Mehrgenerationenplatz angelegt bzw. andere gegenseitig verträgliche Nutzungen für Alt und Jung eingerichtet werden. Sukzessive werden dort z. Bsp. Treffpunkte in Form von Sitzgruppen, eine Boule-Bahn.
Ein Platz im Ortskern wird von den angesprochenen Gruppen am ehesten angenom-men, die Erreichbarkeit ist gewährleistet, der Ortskern wird als Zentrum angenommen und Beeinträchtigungen von Anwohnern halten sich in vertretbarem Umfang.
Der Betrieb des Platzes kann in Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen erfolgen, die darin auch eine neue Ausrichtung Ihrer Arbeit erkennen können und die Chance erhalten, eigene zukunftsorientierte Vereinsarbeit zu leisten.
6. Jung und Alt
Wohn- und Freizeitangebote speziell für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger müssen erhalten bleiben. Ebenso könnte bspw. im Bereich der Tagesstätte / des Feuerwehrgerätehauses Platz für Wohnen im Alter verwirklicht werden.
7. Stadtentwicklung
Der Ortsteil Heidenoldendorf bleibt von der Kernstadt und den angrenzenden Ortsteilen als abgeschlossenes Plangebiet erfahrbar. Daher werden keine zusätzlichen Gewerbeflächen im Übergangsbereich zwischen der Kernstadt und dem Ortskern erschlossen (bspw. durch Reaktivierung der ehemaligen Gewerbefläche des Betonsteinwerks.)
Lebensmitteleinzelhandel ist im Ortskern selber anzusiedeln und als Standort für vorhandene Handelsunternehmen zu sichern.
8. Verkehr
Die Hauptschule Heidenoldendorf hat Bedeutung für das gesamte Stadtgebiet. Die verkehrliche Erschließung und Versorgung muss damit Schritt halten. Das erfordert einerseits, dass Schulbusse bis an die Hauptschule fahren können müssen um die Schülerinnen und Schüler aus dem gefährlichen Einmündungsbereich „Bielefelder Str./Niederfeldweg“ heraus zu halten;
Andererseits ist zur Regulierung des Verkehrs an der Einmündung Niedernfeldweg eine permanente Ampelsteuerung erforderlich,. Das bedeutet auch, dass die Installation einer Vorampel auf der Fahrbahn stadteinwärts in Höhe der Einmündung zum Lebensmittelmarkt notwendig wird.
Eine Entlastungsstraße hinter der Magarete-Wehling-Stiftung mit möglicher Erschließung der landw. Flächen als Wohngebiet, insbesondere als Nutzung altengerechte Wohnbebauung zu erschließen, ist zu planen. Diese Trasse würde in Höhe der Adolf-Meier-Str. auf die Bielefelder Str. einmünden. Dies entspricht einem früheren Antrag zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans.
Als weitere verkehrliche Entlastung des Ortsteils ist der Kreuzungsbereich Heidenoldendorfer Str. / Bielefelder Str. auszubauen. Hierzu liegen entsprechende Anträge der CDU Heidenoldendorf bereits vor.
Eine Querungshilfe über die Bielefelder Str. ist in Höhe des Ausgangs von Armins Park zu errichten.
Der Einmündungsbereich Orbker Str./Bielefelder Str ist sowohl für den Fußgängerverkehr wie auch den Fahrzeugverkehr zu optimieren. Eine Querungshilfe ist im Einmündungsbereich zu bauen. Nur dann können auf Dauer junge und alte Mitbürgerinnen und Mitbürger die Orbker Str. gefahrlos überqueren. In Zeiten von hohem Verkehrsaufkommen ist es auch einem erwachsenen Fußgänger aufgrund des starken Fahrzeugverkehrs aus der Orbker Str und dem aus der Bielefelder Str. einmündenden Verkehrs nur selten möglich den Einmündungsbereich in einem Zuge zu überqueren.
Die Orbker Str. wird zunehmend mehr als Zubringer zum Industriegebiet „Westerfeldstr.“ und „Klingenbergstr.“ genutzt. Für die Anwohner ist dies nicht mehr zumutbar. Die Strasse muß vom Schwerverkehr befreit werden.
Der Ortsteil Heidenoldendorf kann nur dann nachhaltig von Durchgangsverkehr entlastet werden, wenn es gelingt den Nordring ab der Kreuzung Klingenbergstr. / Lagesche Str. in einer Trasse bis zum Kohlpott unter Umgehung des Ortskerns von Heidenoldendorf zu führen. Mit diesem Teilstück würde für die Gesamtstadt Detmold ein Verkehrs-Ring erstellt, der nicht nur Heidenoldendorf sondern auch die Kernstadt entlasten.
Zwischen Niedernfeldweg und Westernfeldstr ist eine Fuß- und Radwegverbindung über die Werre zu erstellen. Dies entspricht ebenfalls früheren Anträgen der CDU Heidenoldendorf. Die in der Freiflächenversorgung entlang der Werre geplante Fuß- und Radweg soll unverzüglich erstellt werden.
Eine weitere Hauptverkehrstrasse in Heidenoldendorf ist der Plantagenweg. Gerade im Bereich des Ortskerns (dort Hiddeser Str.) verläuft er in starken Kurven und ist nur mangelhaft mit Geh- und Radweg ausgestattet. Durch eine Versetzung der Bruchsteinmauern ist, ohne die Fahrbahnen selber zu verbreitern, Raum für Geh- und Radweg zu schaffen.
Weitere Radwegverbindungen sind anzulegen z.B. ist entlang der Hiddeser Str. in Richtung Hiddesen, der Orbker Str. zu planen.
9. Kultur / Jugendarbeit
Die Verwaltung wird aufgefordert ihre aktuellen Pläne zum Ausbau der Jugendarbeit und zur Förderung von Initiativen auch im Bereich Kultur darzulegen. Dann könnten die Vereine ihre Organisation und Aktionen rechtzeitig darauf einstellen, bzw in einen aktiven Austausch treten.
Begründung:
Mit dem Handlungskonzept für den Ortsteil Heidenoldendorf liegt zum ersten Mal für einen Ortsteil der Stadt Detmold ein Konzept vor, dass Aufgaben beschreiben, die den Weg in die Zukunft aufzeigen. Sollen in der Zukunft die Versorgung und das Zusammenleben im Ortsteil unter den geänderten Rahmenbedingungen u.a. der Bevölkerungsstruktur ermöglicht werden, müssen in der Gegenwart die Weichen gestellt werden. Mit Vorlage des Handlungskonzepts besteht die Chance das Konzept mit konkre-ten Inhalten zu füllen und auch erste Erfahrungen zu sammeln, die dann ggfls. für weitere Projekte in anderen Ortsteilen und in der Gesamtstadt Detmold umgesetzt werden könnten. So besteht die Chance Heidenoldendorf als exemplarischen Ortsteil zu behandeln. Es besteht nicht nur die Chance hierzu sondern auch, das hat das Handlungskonzept ebenfalls an verschiedenen Stellen belegt, die Notwendigkeit Maßnahmen zu ergreifen.
Die CDU in Heidenoldendorf hat sich intensiv mit den einzelnen Themenkomplexen des Handlungskonzepts auseinander gesetzt und diskutiert. In die Diskussion wurden auch die Ergebnisse aus zahlreichen Veranstaltungen der CDU Ortsunion Heidenoldendorf in der Vergangenheit einbezogen. Im Rahmen dieser Veranstaltungen hatten sich einzelne Bürgerinnen und Bürger, Vertreter von Interessengruppen und von im Ortsteil ansässigen Institutionen bereits zu Aktionsfeldern, die jetzt auch im Handlungskonzept auftauchen zu Wort gemeldet. Einen großen Teil der Themen hatte die CDU Heidenoldendorf bereits in der Vergangenheit in Anträge an den Rat einfließen lassen. Beispielhaft handelt es sich um die Themen Jugendarbeit, Verkehrsführung und Freizeitaktivitäten. Die CDU Heidenoldendorf fasst daher bisherige Anträge noch einmal zusammen und greift aufgrund aktueller Diskussionen weitere Themen auf.
Generell muss, um dem sich in der Diskussion um die Umsetzung vorgebrachten Argument nach mangelnder Finanzierbarkeit im Vorfeld schon jetzt entgegen gehalten werden, dass es nicht nur darum geht, weitere zusätzliche (aber nicht zur Verfügung stehende) Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Viele der nachfolgend vorgeschlagenen Maßnahmen lassen sich durch Umlenkung von vorhandenen Finanzierungen, Neuorganisation von derzeit schon praktizierten Bezuschussungen etc. initialisieren. Außerdem gilt: Je früher und innovativer im Ortsteil Heidenoldendorf Projekte, die dem Demographiewandel Rechnung tragen, in der Praxis umgesetzt werden, desto grösser ist die Chance, zusätzliche externe Mittel zu erhalten.
Aufgrund der Diskussion der Themen im Umfeld ist zu erwarten, dass sich eine breite Mehrheit hinter diese Vorschläge stellt und aufgrund des beispielhaften Charakters auch Unterstützung aus anderen Ortsteilen ergibt, die ihrerseits von den Erfahrungen in Heidenoldendorf profitieren. Nicht zuletzt wegen der in vielerlei Hinsicht bereits vorhandenen Infrastruktur in Heidenoldendorf, der augenfälligen Aktionsfelder (Verkehrserschliessung, Bevölkerungszahl und Bevölkerungsstruktur) und des vorhandenen lebendigen Vereinslebens wurde Heidenoldendorf exemplarisch ausgesucht.
Auch in den Vereinen erfolgt seit geraumer Zeit eine Diskussion, wie in der Zukunft unter sich ändernden Rahmenbedingungen weiter gearbeitet werden kann. Die dort gefundenen Ansatzpunkte fließen in ein Gesamtengagement ein, in dem nicht nur die Stadt Detmold Aufgaben blindlings übernimmt.
Das von der CDU Heidenoldendorf vorgeschlagene Handlungspaket umfasst Maßnahmen aus den Bereichen Kinder-, Jugend- und Familienarbeit, Arbeiten und Wirtschaft, Schulen, Freizeit und Kultur, Sport, Stadtentwicklung und Verkehr. Dabei gibt es aus einzelnen Maßnahmen immer die Wechselwirkung mit anderem Themenbereich und eine Zuordnung ist daher nicht ausschließend zu verstehen.
